Gebärdensprache in verschiedenen Kunstformen – von Tanz bis Gebärdensprachpoesie (AT)

Dodzi Dougban, Laura Levita Valyte, Rita Mazza und Kassandra Wedel


Freitag, 3. September

19:00 - 20:30 Uhr

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Öffentliches Gespräch in deutscher Gebärdensprache mit Verdolmetschung in International Sign, englische Lautsprache, mit englischen Untertiteln und deutsche Lautsprache

Ankündigung für Freitag in deutscher Gebärdensprache

Mit dieser Veranstaltung möchten wir euch einladen, in den Genuss unterschiedlicher Kunstformen in Gebärdensprache zu kommen, insbesondere wie Gebärdensprache im Tanz (Dodzi Dougban) und in der Poesie (Laura Levita Valyte) genutzt werden kann. Die Künstler*innen werden gemeinsam mit den Kurator*innen Rita Mazza und Kassandra Wedel ihre Erfahrungen in der Entwicklung von Gebärdensprachkunst in der Kombination mit anderen Kunstformen, wie etwa Tanz und Performance, teilen. Das Publikum ist eingeladen, alles zu fragen, was sie gerne über dieses Thema wissen wollen.

Dodzi Dougban, eine Schwarzer tauber Mann, der über einem dunkelbraunen, gepolsterten Holzstuhl vor einer unsauber gestrichenen orangenen Wand hoch in die Luft springt. Er trägt rote Nike-Schuhe, Jeans, ein weißes ärmelloses Shirt, eine graue und schwarze Mütze sowie einen weißen Nike-Handschuh an seiner über den Kopf erhobenen rechten Hand.

Dodzi Dougban ist künstlerischer Leiter des Kreativzentrum für Rhythmus und Bewegung in Vest/Recklinghausen, Dozent für nonverbale Kommunikation and lehrt Gebärdensprache. Er ist von klein auf taub. Seine Familie stammt aus Togo und hat stets auf Festivals und Konzerten die Kultur ihres Herkunftslandes vermittelt. Bei ihren Darbietungen afrikanischer Folklore war Dodzi von Kindheit an fester Bestandteil der Auftritte. Seine eigenen Schwerpunkte im Tanz fand er im Hip Hop, Modern Afro und Zeitgenössischem Tanz. Mit hörenden Tanzgruppen war fünf Mal Deutscher und drei Mal Europameister. Als Tänzer, Choreograph, Model und Schauspieler war er an verschiedene Videoproduktionen, Fernsehsendungen und Tanztheaterstücken beteiligt, u.a. als Performer und Coach des EU-Projekts Un-Label.

Schwarz-weiß Fotographie von Rita Mazza, einer weißen, taube, italienischen Frau, die in die Kamera blickend auf einer Couch sitzt, ihren Kopf auf ihrer rechten Hand auf der Armlehne aufgestützt. Sie trägt ein schwarzes Oberteil, das ihre linke Schulter freilässt, eine Strähne ihres dunklen Haares fällt in ihr Gesicht zwischen ihre Nase und ihr linkes Auge. Sie trägt lackierte Nägel, ein Tattoo aus schwarzen Linien auf ihrem linken Arm sowie drei Halsketten und einen Ring an ihrem rechten kleinen Finger.

Rita Mazza (* in Turin) wurde taub geboren und arbeitet in Italien, Frankreich und Berlin als Schauspielerin und Performerin. Sie spielte unter anderem die Hauptrolle der Sarah in God’s Forgotten Children der Theater Artisti Associati Company in Italien. Rita Mazza ist außerdem Künstlerische Leiterin des internationalen Festival del Silenzio. Sie spricht Italienische, Deutsche, Französische Gebärdensprache sowie International Sign. Seit 2010 lebt sie in Berlin. Nach einigen Erfahrungen als Theater- und Filmschauspielerin in der europäischen Taubengemeinschaft arbeitet sie aktuell als freischaffende Künstlerin an visuellen Gebärdenperformances in Berlin.

Kassandra Wedel, eine weiße, taube Frau, fotografiert von ihren Schultern aufwärts, schaut direkt in die Kamera. Ihre hellbraunen, gewellten Haare fallen ihr ins Gesicht und verdecken teilweise ihr linkes Auge. Sie trägt einen rotbraunen Pullover und goldenen Kreolen. Ihre Hände sind mit gespreizten Fingern über ihre Schultern erhoben und mit der Außenseite in Richtung Kamera direkt neben ihren Hals platziert, wobei sie teilweise von ihrem kinnlangen Haar überdeckt werden.

Kassandra Wedel ist eine taube, freischaffende Künstlerin, Tänzerin, Choreografin, Schauspielerin, Performerin. Sie unterrichtet Klassen und Workshops für Hörende und Gehörlose. Regelmäßig steht sie auf der Bühne (z.B. am Deutschen Gehörlosentheater, der Oper Wuppertal, den Münchner Kammerspielen oder dem Schauspiel Hannover) und ist in Video- oder Filmproduktionen zu sehen. Sie kreiert eigene Tanzstücke mit diversen Tänzer*innen oder Gebärden-Poesien bei Handverlesen. Zuletzt performte sie mit der Tänzerin Rosalie Wanka Visual Vibrations an öffentlichen Plätzen der Münchner Innenstadt. Sie liebt es zu experimentieren und nutzt verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Schauspiel, Performance, Hip Hop, Vogue und Zeitgenössischen Tanz, Gebärdensprache und ihre eigene Stimme.